Viersen gibt es seit der Zeit der fränkischen Könige. Um 900 stand schon an der Stelle, an der heute die große St. Remigiuskirche steht, eine etwas kleinere Kirche. Ganz in der Nähe floß ein kleiner Bach - die Viers. Er schlängelte sich dort entlang, wo heute die Goetersstraße entlangläuft. Von diesem Bächlein her hat Viersen auch seinen Namen. Aus Viers wurde Viersen.
Zum erstenmal schriftlich erwähnt finden wir den Namen in einer mittelalterlichen Urkunde, die um das Jahr 1185 geschrieben wurde. Mit der Zeit wuchs das Dörfchen immer mehr und ein Bauernhof nach dem anderen kam hinzu. Die Bauern mussten aber immer ein Teil ihrer Einkünfte an das Kloster St. Gereon in Köln abgeben, denn dem gehörte das meiste Land, welches die Bauern bewirtschafteten.
Im 19. Jahrhundert veränderte sich das Gesicht der Siedlung. Immer mehr Fabriken entstanden, welche vor allem Textilien produzierten. Mit den Fabriken kamen auch viele Menschen, die Arbeit suchten. Viersen bekam bald einen Bahnhof, viele Häuser wurden gebaut, neue Straßen entstanden und 1856 war es dann soweit - Viersen wurde zu einer Stadt. Die Stadt wuchs weiter, bekam ein Krankenhaus, elektrisches Licht, fließendes Wasser, Straßenbeleuchtung und Abwasserkanäle.
Doch dann kam der zweite Weltkrieg. Im Jahr 1945 wurden bei zwei Bombenangriffen viele Menschen getötet und viele Häuser zerstört. In die zerstörte Stadt kamen viele Menschen aus dem Osten Deutschlands, die dort ihre Heimat verloren hatten. Es herrschte Hunger, aber man begann trotzdem die Trümmer wegzuräumen und die Stadt neu aufzubauen. Die Hauptstraße wurde verbreitert, neue Siedlungen entstanden.
Viersen ist mit derzeit rund 77.000 Einwohnern eine wachsende Stadt mit zahlreichen neuen Baugebieten und ein bevorzugter Wohnort für junge Familien. 1970 ließ die kommunale Neuordnung aus den früher eigenständigen Städten Viersen, Dülken, Süchteln und Boisheim die neue Stadt Viersen entstehen. Obwohl schon längst als Einheit zusammengewachsen, hat sich jeder Stadtteil seine Besonderheit bewahrt.
Viersen ist eine Kreisstadt. Der Kreis Viersen ist 563 Quadratkilometer groß. das ist soviel wie ungefähr 70.00 Fußballfelder. Im Kreis Viersen liegen 9 Städte und Gemeinden: Brüggen, Grefrath, Kempen, Nettetal, Niederkrüchten, Schwalmtal, Tönisvorst, Viersen und Willich. Als Kreisstadt nimmt Viersen zahlreiche zentrale Verwaltungs- und Dienstleistungsfunktionen wahr.